Sep 08
Schreibtipps Webtexte

5 Schreibtipps für bessere Webtexte

Du kennst das Dilemma bestimmt: Du googelst ein Problem, rufst eine vielversprechende Webseite auf, überfliegst sie kurz und klickst frustriert auf das Kreuz in der oberen Ecke. Warum? Weil der Text keine Lösung für dein Problem bietet und zudem noch total unstrukturiert ist. Ich verrate dir mit den folgenden fünf Tipps, wie du Texte schreibst, die deine Webseitenbesucher mit Freude lesen werden.

1. Für die Zielgruppe schreiben

Bevor du mit dem Schreiben loslegst, solltest du dir Gedanken zum Ziel deines Textes und zu deiner Zielgruppe machen:

  • Wen möchtest du mit dem Text erreichen?
  • Welchen Mehrwert bietest du deiner Zielgruppe?
  • Was sollen die Leser am Ende deines Textes machen (z.B. für einen Newsletter anmelden, ein Produkt kaufen, einen Termin vereinbaren)?

Versuche, nicht zu sehr dich oder dein Unternehmen in den Vordergrund zu stellen, sondern an deine Kunden zu denken und wie du ihre Probleme lösen kannst. Wenn du weißt, warum und für wen du schreibst, ergeben sich Thema, Struktur und Tonalität meist ganz von selbst.

2. Für Suchmaschinen schreiben

Es gab eine Zeit, da konnte man wild Keywords auf einer Webseite listen und Google belohnte einen dafür mit einem guten Ranking in den Suchergebnissen. Heutzutage läuft das etwas anders. Es ist immer noch wichtig, Keyword-Recherche zu betreiben und relevante Suchbegriffe in den Texten auf deiner Webseite zu verwenden. Jedoch ist Google mittlerweile schlauer geworden und listet vor allem die Webseiten weit oben in den Suchergebnissen, die benutzerfreundlich sind und für die Suchanfrage relevante Inhalte parat haben. Dazu gehört, dass Artikel gut strukturiert sind und sich am Nutzer orientieren. Bei Überschriften kann das zum Beispiel so aussehen: „Die 5 besten Cafés in Frankfurt“ bekommt wahrscheinlich mehr Klicks als „Meine 5 Lieblingscafés in Frankfurt“, da erstere statt des Autors den Leser in den Mittelpunkt stellt.

3. Strukturiert schreiben

Online flitzen die Augen nur so über einen Text und die wichtigsten Infos werden schnell herausgefiltert. Deshalb solltest du immer Zwischenüberschriften, Absätze, Bilder oder Infografiken einfügen, die den Lesefluss erleichtern. Sei sparsam mit verschachtelten Sätzen und Fachausdrücken, da diese den Text schnell langweilig machen. Zudem sind Verben den Substantiven immer vorzuziehen; sie machen einen Text lebendiger.

„Welche allgemeinen und spezifischen Angebote die Wirtschaftsfördereinrichtungen des Landes wie die Hessen Agentur, die Hessen Trade & Invest und die WIBank für die Kultur- und Kreativwirtschaft jeweils vorhalten, welche Beratungs- und Vernetzungsmöglichkeiten darüber hinaus in Hessen und auf Bundesebene zur Verfügung stehen und welche hessischen Kreativnetzwerke regional und überregional aktiv sind, haben wir hier exemplarisch für Sie zusammengestellt.“

Ich wette, du hast diesen Satz nicht zu Ende gelesen, oder? Er ist einfach lang, extrem verschachtelt und hat zu viele Substantive. Stattdessen können wir folgendes schreiben:

„Angehörige der Kultur- und Kreativwirtschaft können sich hier über die Angebote der Wirtschaftsförderung informieren:

  • Hessen Agentur
  • Hessen Trade & Invest
  • WIBank

    Darüber hinaus bieten wir Ihnen einen Überblick über folgende Themen:

  • Wie vernetze ich mich als Kreativschaffender in Hessen und ganz Deutschland?
  • Welche Beratungsangebote gibt es?
  • Wo treffen sich andere Kreative in Hessen, regional und überregional?“

4. Bildhaft schreiben

Vergleiche, Metaphern und Beispiele malen ein Bild in den Köpfen deiner Leser und ermuntern sie zum Weiterlesen. „Ihr Parfum duftete wie frischer Flieder im Frühling“ löst einen sinnlichen Reiz aus, der viel mehr bewirkt als die simple Information „Ihr Parfum roch gut“. Aber Achtung bei Binsenweisheiten und Sprachklischees! Sie können so ausgelutscht sein, dass sie langweilig rüberkommen (z.B. „Morgenstund hat Gold im Mund“ oder „Weihnachten ist das Fest der Liebe“).

Manchmal willst du natürlich einfach nur eine bestimmte Information loswerden, aber dabei solltest darauf achten, eine hohe Informationsdichte zu vermeiden und immer wieder Bilder und Vergleiche einzustreuen. Adjektive solltest du dabei sparsam verwenden und stattdessen lieber zu Verben greifen. Eine Aussicht kann zwar „einzigartig“ oder „wunderschön“ sein, aber wenn wir zum Beispiel schreiben „aus Ihrem Hotelzimmer blicken Sie auf saftig grüne Wiesen, auf denen unsere Kühe weiden“ kann sich der Leser das bildlich vorstellen.

5. Kurz und konkret schreiben

„Schönheit darf und soll die Lyrik regieren und die große Literatur; im Alltag hat sie durchzufallen, wenn sie der Verständlichkeit im Wege steht. “

Wolf Schneider

Mit einem guten Buch oder einer Zeitschrift setzen wir uns entspannt aufs Sofa und schmökern darin ohne Zeitdruck. Diese Medien dürfen blumige Überschriften und lange Texte haben, denn wir haben das Produkt ja bereits gekauft und sind gewillt, mehr Zeit hinein zu investieren.

Ganz anders verhält es sich bei Texten im Internet. Du solltest möglichst prägnante und einfache Überschriften verwenden, die deine Leser zum Weiterklicken animieren. Ein pfiffiger Anfang ist die halbe Miete, denn so machst du deine Leser neugierig auf den Rest des Artikels.

Verständlicher ist ein Text auch dann, wenn er statt abstrakten Oberbegriffen und plumpen Adjektiven konkrete Details enthält. Anstatt von „Gemüse“ zu sprechen, kannst du auch die kleinste Einheit verwenden, zum Beispiel „Rote Beete & Paprika“. Solche Details steigern die Anschaulichkeit und geben deinen Lesern etwas zu sehen, hören, schmecken, riechen und greifen.

Meine 5 Schreibtipps zusammengefasst

Oder wie es Joseph Pulitzer gesagt hat:

„Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“

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2 Comments

  1. Julia
    16. September 2020 at 20:48 · Antworten

    Applaus für diese gute Zusammenfassung! Das Beispiel für die Wichtigkeit einer guten Struktur bei Online-Texten ist einfach super! Würden nur mehr Ämter und Behörden so schreiben …

    • Lena Kneusels
      18. September 2020 at 9:54 · Antworten

      Danke dir! Ich dachte, ich starte den Blog mal mit Basiswissen zum Thema Texten. ☺️ Und ja, Bürokratie-Deutsch ist furchtbar!

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